Ortschronik

urkundliche erwaehnung von krieglach
Die päpstliche Urkunde vom 13.04.1148 mit der erstmaligen Nennung von Krieglach

Krieglach - im Laufe der Jahrhunderte
Chrugelahe - Krieglach

Im Jahre 1148 wurde Krieglach zum ersten Mal urkundlich erwähnt, wobei die Existenz des Ortes Krieglach durch verschiedene Schriften noch weiter zurück dokumentiert wird.
Vieles haben die Bewohner dieses Ortes bis zum heutigen Tag erlebt, waren es die Pest- und Türkenjahre oder Überschwemmungen, die den Ort unter Wasser setzten. Der Dreißigjährige Krieg ließ Krieglach zwar verschont, jedoch wurden im 17. Jh. viele Seuchen eingeschleppt und lasteten hohe Steuerforderungen an den Bürgern von Krieglach. War dann im 18. Jh. die Türkengefahr endgültig gebannt, wütete zum letzten Mal die Pest in Krieglach und raffte viele Menschen dahin. 

erzherzog.johann-strasse 17
Die heutige Erzherzog-Johann-Straße, durch die vor 1724/25 die "Mürztaler Landstraße" führte

Eine Überflutung, die ganze Landstriche unter Wasser setzte und die Ernte vernichtete dürfte auch Grund für den in der Pfarre zu Krieglach verzeichneten Bevölkerungsrückgang gewesen sein. Krieglach entwickelte sich aber wieder und war bereits um 1780 ein wichtiger Rastplatz der Reisenden zwischen Triest und Wien. Noch heute erinnert die "Alte Poststation" an diese Zeit. 
In der Zeit Maria Theresia's wurde reformiert und neu geordnet, wie zum Beispiel die Festschreibung der Vulgonamen bei den Bauernhöfen, die Errichtung der Ämter und Behörden und vieles mehr. Der Sohn Maria Theresia's, Josef, reformierte bis zum Ausbruch des Krieges zwischen Frankreich und Österreich, Preußen und Verbündeten weiter, jedoch war die franzöische Revolution der Auslöser für viele Jahre Kriegszeit, von denen das Mürztal nicht unbedingt verschont blieb.

vs 19
Die alte Volksschule (um 1900)

Die Industrialisierung im 19 Jh. wurde wohl die bedeutendste Zeit für unseren Ort. Die Errichtung von Hammer- und Walzwerken, der Bau der Eisenbahn und die Neuorientierung in der Wirtschaft.
1848 erfolgte aufgrund der Revolution die Bauernbefreiung in Form der Grundentlastung, wo der aus Krieglach stammende Vertreter im Landtag, Franz Ritter von Kalchberg, besonders zum Wohle der Bauern wirkte. Schließlich wurden die Ortsgemeinden gegründet und Krieglach wurde aus dem bisherigen Werbe- und Steuerbezirk Hohenwang ausgegliedert. 
1864 wurde Krieglach zur selbstständigen Gemeinde erhoben und die Katastralgemeinden Alpl, Freßnitzgraben, Freßnitz, Sommer, Massing, Malleisten und Krieglach/Schwöbing wurden eingemeindet. Die Bürgermeister und Gemeinderäte waren ab sofort für die Erhaltung und Betreuung ihrer Gemeinden verantwortlich und übernahmen somit die Aufgaben der Grundherrschaft. Durch die wenig später folgende Einführung der freien Marktwirtschaft begann vor allem für die Bauern ein harter Kampf ums Überleben. Die ständig wachsende Industrialisierung und der Import von billigeren Agrarprodukten brachte Not und Armut unter das Volk.

geburtshaus aquarell
Geburtshaus: Aquarell von Hans Petsching (1875)

Währenddessen stieg die Zahl der Industriearbeiter enorm an und schon im Jahr 1900 konnte man in Krieglach einen Zuwachs von 2.884 auf 3.384 Einwohner verzeichnen. Auch das gesellschaftliche und kulturelle Leben in Krieglach erlebte während dieser Zeit eine Hochblüte. Auf das gesellschaftliche Beisammensein der Krieglacher wurde schon damals großen Wert gelegt. Der ständig wachsende Ruhm Peter Roseggers, der größte Sohn der Gemeinde, trug wesentlich zur derzeitigen Lebensform bei. Viele Freunde, Bekannte und Verehrer Roseggers hielten sich in Krieglach auf, womit auch der Fremdenverkehr einen Aufschwung erzielte. Bedeutend sind vor allem die nächsten Jahre, in denen Veränderungen des Krieglacher Ortsbildes stattfanden wie zum Beispiel die erstmalige Ortsbeleuchtung, zahlreiche Restaurierungen und Neubauten darunter ein neues Schulhaus, ein Feuerwehrgebäude, ein Schwimmbad für die Öffentlichkeit und die Verbreiterung der Bahntrasse. Allerdings sollte nach einer 36jährigen Friedensperiode das mühevoll aufgebaute, rasch aufblühende Krieglach dem 1. Weltkrieg zwischen 1914 - 1918 zum Opfer fallen, der durch die Ermordung des Thronfolgers Erzherzog F. Ferdinand und seiner Gemahlin Sophie in Sarajewo ausgelöst wurde. Der Untergang der Monarchie war mit dem Tod Kaiser Franz Josephs I im Jahre 1916 besiegelt. Wieder beherrschte Hungersnot und Armut die Bevölkerung Krieglachs. Durch die Inflation und die ständig steigende Zahl der Arbeitslosen führte die Gemeinde ein Krieglacher-Notgeld ein, was eine große Budget-Belastung für die Gemeinde darstellte. Durch die Einführung der Schillingwährung konnte man zwar den Staatshaushalt wieder sanieren, musste aber eine zunehmende Arbeitslosigkeit hinnehmen.

wappen beschreibung
Das Dekret zur Verleihung des "sprechenden" Gemeinde-wappens vom 5.10.1929

Am 11. Juli 1929 durfte sich Krieglach zum ersten Mal als Marktgemeinde ausgeben. Das Marktwappen zeigt einen weißen Krug auf dunkelblauem Grund.
Im Oktober desselben Jahres wurde Krieglach die Markterhebungsurkunde überreicht, wobei auch die Bedeutung Peter Roseggers für den Ort gewürdigt wurde. Ein Andenken an dieses Ereignis ist die "Denkschrift über die Markterhebungsfeier" in Krieglach. Nach den schweren Zeiten im Zweiten Weltkrieg begann Krieglach wieder nach neuen Zielen zu streben. Mit dem Auf- und Ausbau zahlreicher öffentlicher Einrichtungen wie Schule, Bibliothek, Altersheim, Kindergarten, Renovierung der Gedenkstätten Roseggers, ging man wieder einen weiteren Schritt zur Verbesserung des Lebensstandards in Krieglach. Durch den Bau eines Volkshauses, schaffte man in kultureller und gesellschaftlicher Hinsicht einen Treffpunkt für sämtliche Veranstaltungen in Krieglach. Ein weiterer wichtiger Schritt ist der Ausbau von Verkehrswegen in und rund um Krieglach. 

landesausstellung
Landesausstellungsgebäude, errichtet 1993

Durch die Einführung des Flächenwidmungsplanes, der alle 5 Jahre überarbeitet und neu beschlossen wird, ermöglicht man sich eine planvolle und optimale Nutzung der Flächen, die für Wohnung, Industrie und Gewerbe sowie für die Land- und Forstwirtschaft zur Verfügung stehen. Das Jahr 1993 war für die Marktgemeinde Krieglach mit Erfolg gesegnet. Die Landesausstellung "Peter Rosegger und seine Zeit" brachte mehr Besucher in den Ort denn je. Das eigens für die Landesausstellung errichtete Ausstellungsgebäude beherbergt heute das Tourismusbüro, die Gemeindebücherei und die Musikschule. Zunehmende Bautätigkeiten und Projekte im Bereich Wohnen und Freizeit sowie zahlreiche Veranstaltungen im Bereich Musik, Kultur, Sport und Freizeit prägen das Ortsbild Krieglachs als auch das gesellschaftliche Miteinander der Krieglacher Bevölkerung. Noch immer kann man eine steigende Einwohnerzahl in Krieglach feststellen und mit einem weiteren Zustrom rechnen, da auch eine weitere Ansiedlung von Geschäften und Firmen zukünftig fix eingeplant ist. Im allgemeinen spricht man wahrhaftig von einem wechselhaften Geschick dieses Ortes, der sich im Laufe der Jahrhunderte immer wieder behauptet hat oder aber von der Waldheimat, in der man als Gast und sowohl als Bürger den Frieden des Herzens findet.

Partnerstadt

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Am 14.09.1974 wurde mit der Stadt Bürstadt in Hessen/Deutschland eine immerwährende Städtepartnerschaft durch Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde abgeschlossen.

Das Wappen erinnert an das Lorscher Spitznagelkreuz und damit an die Zugehörigkeit zum Kloster Lorsch von 767 bis 1232.

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